Die Konrad-Adenauer-Schule

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Die Hauptschule als allgemein bildende weiterführende Schule baut auf der Grundschule auf und führt zu allen Abschlüssen und Berechtigungen der Sekundarstufe I (vgl. Richtlinien und Lehrpläne für die Hauptschule in NRW). Sie schafft damit die schulischen Voraussetzungen für den Übergang in die Berufsausbildung oder die Schulen der Sekundarstufe II (Gymnasium, Höhere Handelsschule, Fachoberschulen).

Pädagogische Leitlinie des Erziehungs- und Bildungsauftrags unserer Schule ist die Vermittlung grundlegender Fähigkeiten, die es unseren Schülern ermöglichen, ihr Leben in selbstbestimmter und sozialer Verantwortung zu gestalten. Dies geschieht zusammen mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten in der Gemeinde Wenden im südlichen Sauerland. Dabei hat die Bezeichnung “Hauptschule im Wendener Land” nicht nur plakative Bedeutung. Für uns ist sie Programm und bedingt damit pädagogische Konsequenzen aufgrund der Forderung nach „Öffnung von Schule“ und der schrittweisen Übernahme von Verantwortung für unser Gemeinwesen. Wir sprechen von „Sozialintegration im Spannungsfeld von Tradition und Fortschritt“.

Sozialintegration soll verstanden werden als Vorbereitung auf die Standortbestimmung jedes einzelnen Schülers in unserer Gesellschaft. Die Schüler sollen den eigenen Standort finden: in unserer Schule, in der Familie, in der Gemeinde Wenden und darüber hinaus.

Unsere Erziehung soll so angelegt sein, dass die Schüler feste Standorte beziehen und hieraus begründet handeln können.

Tradition definieren wir wie folgt: „Es muss feste Bräuche geben“, weiß schon der Fuchs im "Kleinen Prinzen" von Antoine de Saint-Exupéry zu berichten. Wenn nicht an jedem Donnerstag die Jäger mit den Mädchen des Dorfes zum Tanzen gingen, wie sollte er, der Fuchs, dann wissen, wann er in Ruhe, eben am Donnerstag, spazieren gehen könne. Jede Familie, jede Schule, jede gesellschaftliche Einrichtung pflegt ihre eigenen Gewohnheiten. Feste Gewohnheiten haben etwas mit Vergewisserung und Verlässlichkeit zu tun. Feste Gewohnheiten geben Sicherheit und lassen Stabilität heranwachsen, geben dem Leben tieferen Halt, können zur Haltung werden und dem Leben Struktur geben. Diese Werte sind wichtig, damit sich das, was wir Identität nennen, kräftigt. Regelmäßigkeit wird zur guten Erfahrung, kann dem Leben Wurzel sein und Stütze geben, schenkt Geborgenheit und Wohlgefühl. Zu dieser Kontinuität gehören selbstverständlich das tägliche Kopfrechnen und der Rechtschreibunterricht, aber auch die Begrüßung am Morgen, die gemeinsame Frühstückspause, die tägliche Deutschstunde, der jährlich stattfindende Sponsorenwandertag, das Hallenfußballturnier, der KAS-Lauf und die SV-Cafeteria am Elternsprechtag u.a.m..

Unser Verständnis von Fortschritt widerspricht nicht dem von Tradition, denn das, was wir in schulischer Erziehung für gut und richtig halten, werden wir, unabhängig vom Zeitgeist, weiterhin vertreten. Gleichwohl verschließen wir uns nicht vor neueren Erkenntnissen in Bezug auf gesellschaftliche Veränderungen und Unterrichtsgestaltung. Wir wollen z.B. moderne Antworten geben auf die stärkere Verlagerung von Erziehungsaufgaben in die Schule. Den so genannten „Schlüsselkindern“ bieten wir eine Übermittagsbetreuung und leiten im Jugendtreff zu sinnvoller Freizeitgestaltung an. Im Unterricht nehmen wir durch individuelle Gestaltung mehr Rücksicht auf das Lerntempo des Einzelnen. Fach- und themenbezogener Unterricht müssen in ein besseres Gleichgewicht gebracht. Die Vielfalt von methodischen Ansätzen, wie lehrergeleitetes Lernen, materialgeleitetes Lernen, Werkstattunterricht, Projektunterricht und Stationslernen fließt immer stärker in den Schulalltag ein.

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Gerlingen

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Wenden

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Hünsborn

Am 18. Dez. 1973 bezeichnete Bürgermeister Roderich Schrage beim ersten Spatenstich für die neue Zentralschule auf dem Balzenberg den Baubeginn als „einen historischen Augenblick für die ganze Gemeinde Wenden“. Mit dem Baubeginn wurde eine einschneidende Veränderung in der Schulpolitik eingeleitet, um die seit längerer Zeit sehr heftig gerungen worden war. Durch die Vollendung dieser Maßnahme verloren die Dörfer Hünsborn und Gerlingen ihre weiterführenden Schulen zugunsten des Zentralortes Wenden. In der Endausbaustufe sollte das Schulzentrum eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium beherbergen und ca 1.800 Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Heute sind Hauptschule und Realschule voll ausgebaut und bieten ca. 1000 Schülerinnen und Schülern gute Lernvoraussetzungen.

Zur geschichtlichen Entwicklung des Schulwesens in der Gemeinde

An dieser Stelle scheint es uns angebracht, ein wenig im Heimatbuch der Gemeinde Wenden zu blättern: Schon 1658, 10 Jahre nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, wurde dem Vikar Peter Dassis „gelegentlich einer Visitation ein weiterer Wirkungskreis zugewiesen: Lehrer für die Kinder zu werden“ . In Erinnerung an ihn gab die Gemeinde der Zufahrt zum Schulzentrum den Namen „Peter-Dassis-Ring“.

An der Rückseite der Vikarie wurde ein Anbau errichtet und dem Vikar aufgetragen „ die Jugend in Zucht und Ordnung zu halten“. Die Schüler wurden unterrichtet im „Lesen und Schreiben, auch wohl hier und da im Rechnen“ .

1717 brannte ein Teil Wendens ab, Kirche und Vikarie wurden mit eingeäschert. Damit die Jugend schnell wieder zur Schule gehen konnte, baute man am Vikarieplatz ein neues Schulhaus auf, in dem damals 100 Schüler Platz fanden.

1789 teilte Pastor Joseph Schrage dem Erzbischof von Köln mit, dass „nunmehr vier Örter, nemlich Wenden, Hünsborn, Ottfingen und Gerlingen ein besonderes Schulhauß haben“ . Damit waren die Schulstandorte geboren, die bis heute Bestand haben. Erst durch die Entstehung des Schulzentrums und die Teilung der Volksschule in Grund- und Hauptschule verloren diese Dörfer ihre weiterführenden Schulen.

Da der Pastor gleichzeitig Schulinspektor war, musste jede Ortschaft, die einen Schulmeister beschäftigen wollte, ihn vom Pastor überprüfen lassen. Jedes Dorf war verpflichtet, ein Schulhaus zu bauen. Die Eltern der Schüler sorgten in der kalten Jahreszeit abwechselnd für Heizmaterial zur Erwärmung des Schulzimmers. Auf diese Weise wurde auch sichergestellt, dass die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule immer sehr eng war.

Um 1810 schied der Vikar aus dem allgemeinen Schuldienst aus, und die staatliche Schule war geboren.

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alte Vikarie

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Spar- und Darlehnskasse

Das Haus Grebe, in der Rummel, beherbergte bis 1902 die Wendener Schule. Von 1904 bis 1931 diente die sogenannte „Alte Schule“ (später Spar- und Darlehnskasse) der Erziehung der Jugend. Von 1932 bis 1968 hatten die Kinder ein Zuhause in der Kath.Volksschule zu Wenden, an der Hauptstraße. Später wurde dieses Gebäude als Musikschule genutzt.

In den 60er- Jahren entstand ein Neubau am Westerberg. Nach der Bildungsreform von 1968 mit Schaffung der Hauptschule als weiterführende Schule konnte der kommissarische Rektor Willi Kirsch 338 Kinder dieser neuen Schulform begrüßen.

Bis 1976 wurden die Wendener Schüler in diesem Gebäude unterrichtet.

Am Donnerstag, dem 2. September 1976 durchschnitt Bürgermeister Roderich Schrage das Band am Peter-Dassis-Ring, und die ersten Schulbusse rollten zu den Haltestellen des neuen Schulzentrums. 1176 Schüler aus den ehemaligen Hauptschulen in Hünsborn, Gerlingen und Wenden hatten ein neues Zuhause. Sie wurden von 63 Lehrkräften unterrichtet. Nach dem Verzeichnis der Hauptschulen des Landes NRW (LDS-Statistik Mai 1977) war die Konrad-Adenauer-Schule Wenden die größte Hauptschule des Landes. In seiner Sitzung vom 14. Oktober 1976 hatte der Gemeinderat Wenden beschlossen, der neuen Schule den Namen „Konrad-Adenauer-Schule“ mit dem Zusatz „Gemeinschaftshauptschule der Gemeinde Wenden“ zu geben. Anlass für die Namensgebung sei der 100. Geburtstag des 1. Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland gewesen. Der älteste Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers schrieb zur Einweihung:

„Möge der Name der Schule stets als Verpflichtung und Ansporn zur Leistung empfunden werden“.

Im August 1983 wurde im Konrad-Adenauer-Schulzentrum Wenden als zusätzliche weiterführende Schule die Realschule eingerichtet. Gegenwärtig, im Schuljahr 1998/99, unterrichten 33 Lehrerinnen und Lehrer 515 Schülerinnen und Schüler.

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