Präventionskonzept

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Schwerpunktbildung in den Jahrgangsstufen

Nachdem die organisatorischen Voraussetzungen zu einer besseren Konfliktbewältigung geschaffen waren, arbeiteten wir an Unterrichtsbausteinen. Mit dem folgenden Konzept berücksichtigen wir neuere Erkenntnisse und Entwicklungen im inner- und außerschulischen Umfeld unserer Schule. Durch Beobachtungen im schulischen Alltag, durch Gespräche, Berichte und Erfahrungen inner- und außerschulischer Mitarbeiter, Eltern und Experten mussten wir Folgendes feststellen:

  • Vielen Schülern fehlen grundlegende soziale Kompetenzen wie Toleranz, Empathie und Kommunikationsfähigkeit.
  • Ein selbstbestimmtes, eigen- und mitverantwortliches Handeln im sozialen System nimmt ab.
  • Ein Pflicht- und Rechtsbewusstsein ist oft nicht ausreichend ausgeprägt.
  • Strategien einer gewaltfreien eigenverantwortlichen Konfliktlösung sind oft nicht vorhanden.
  • Ein gesundheitsbewusster und kritischer Umgang mit Suchtmitteln ist oft nicht feststellbar (Zunahme des Zigarettenkonsums in immer jüngeren Jahren / keine Fete ohne Alkohol).

Auf dieser Grundlage haben wir - unter Berücksichtigung neuerer Ansätze in den Bereichen der Gewalt- und Suchtprävention - ein Konzept entwickelt, das für jede Jahrgangsstufe besondere Schwerpunkte enthält. Verschiedene Teams entwickelten – teilweise mit der Unterstützung außerschulischer Experten – zu jedem Themenschwerpunkt inhaltliche, methodische und organisatorische Konzepte , welche die Grundlage für die Durchführung des anstehenden Projekts bilden. Hierdurch wird die Integration möglichst vieler inner- und außerschulischer Mitarbeiter erleichtert. Bei der Verabschiedung des Konzepts wurde vereinbart, dass die Einbeziehung der Klassenlehrer, sowie schulischer und außerschulischer Fachkräfte obligatorisch ist. Unsere Absicht, alle Schüler mit Inhalten und Zielen insbesondere aus den Bereichen der Gewalt- und Suchtprävention zu konfrontieren, ist durch eine solche Vorgehensweise erreichbar.

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SCHULÜBERGREIFENDES KONZEPT ZUR GESUNDHEITSFÜRSORGE UND SOZIALEN VERANTWORTUNG

Jahrgangsstufe 5

Thematischer Schwerpunkt

„Wir lösen Konflikte ohne Gewalt!“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Gefühle erkennen
  • Toleranz
  • Empathie
  • kommunikative Kompetenz in Konfliktsituation

Aspekte der Organisation

  • Elternabend zum Thema Gewaltprävention
  • Unterrichtsreihe im Klassenverband
  • Klassenlehrer hauptverantwortlich für die Durchführung

Jahrgangsstufe 6

Thematischer Schwerpunkt

„ Ich kann ohne Sucht leben.“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Sachinformationen zum Bereich Alkohol und Nikotin
  • Schulung der Ich-Stärke
  • Selbstwahrnehmung

Aspekte der Organisation

  • Elternabend zum Thema Suchtprävention
  • Arbeit in geschlechtsheterogenen Kleingruppen
  • drei Projekttage

Jahrgangsstufe 7 (in Planung)

Thematischer Schwerpunkt

„Ich habeVerantwortung für mich und meine Mitschüler!“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Rechte und Pflichten im Schulsystem
  • Schülermitverantwortung
  • SV-Arbeit

Aspekte der Organisation

  • Klassenverband
  • UR im Fach Geschichte oder Deutsch
  • u.a. Mitarbeit der SV-Lehrer

Jahrgangsstufe 8

Thematischer Schwerpunkt

„Liebe, Freundschaft, Sexualität und Gewalt - wie kann ich damit umgehen?“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Selbstwahrnehmung
  • Rollenerwartungen
  • gewaltfreie Kommunikation und Kooperation
  • Selbstverteidigung und
  • -behauptung

Aspekte der Organisation

  • Elternabend zum Projektthema
  • Mitarbeit außerschul. Experten
  • einwöchiges Projekt
  • abwechselnd geschlechtshomogene und –heterogene Arbeit

Jahrgangsstufe 9 (interessierte Schüler)

Thematischer Schwerpunkt

„Ich werde Streitschlichter.“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Schulung sozialer Handlungskompetenzen im Bereich der kooperativen Konfliktlösung

Aspekte der Organisation

  • freiwillige Teilnahme
  • Ausbildung außerhalb der Unterrichtszeit

Jahrgangsstufe 10

Thematischer Schwerpunkt

„Ich trage Verantwortung in Familie und Gesellschaft.“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Ein- u. Auskommen?
  • Engagement auf Vereins- /Parteiebene
  • Ehrenamt

Aspekte der Organisation

  • Etatberatung
  • Besuch einer Gemeinderatssitzung
  • Gespräche mit Vereinsvorständen

10 (in Vorbereitung)

Thematischer Schwerpunkt

„Ich versuche Streit zu schlichten.“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Schlichterkompetenzen anwenden
  • Verantwortung übernehmen

Aspekte der Organisation

  • Streitschlichterdienst
  • Betreuung durch Koordinatoren

SV

Thematischer Schwerpunkt

„Der Klassensprecher als Vorbild ?“

Wichtige Zielsetzungen u.a.

  • Aufgabe und Rolle des Klassensprechers
  • Verantwortung bewusst machen

Aspekte der Organisation

  • 3-tägiges SV-Seminar nach den SV-Wahlen
  • SV-Lehrer / Klassensprecher
  • Jugendherberge

Kooperatives Konfliktlösetraining

Unsere Schule sieht in Jahrgang 5 die Hinführung der Schüler zur gewaltfreien Konfliktlösung vor.

Begründung

Überall, wo Menschen miteinander leben und arbeiten, kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und Interessenkonflikten. So ist auch unsere Schule kein konfliktfreier Raum. Streiten und die Austragung von Konflikten gehören zum Alltag. Die zunehmende Gewaltbereitschaft und die mangelnde Streitkultur (Streitfähigkeit) sind der Anlass für unsere Initiative. Soziale Handlungskompetenz in Konfliktsituationen ist Gegenstand des Projekts Kooperatives Konfliktlösetraining (KKT) im 5. Schuljahr. Das hier in den Vordergrund gestellte soziale Lernen soll dazu führen, das Klima in der Klasse und in der Schule positiv und nachhaltig zu beeinflussen. Kinder und Jugendliche, die gelernt haben Meinungsverschiedenheiten sozial angemessen auszutragen, sich in Konfliktsituationen deutlich, aber nicht verletzend, auszudrücken, angemessene Fragen zu stellen und aufmerksam zuzuhören, die Ansichten anderer zu akzeptieren und Konsequenzen von Verhaltensweisen einzuschätzen, werden vielleicht mit mehr Selbstvertrauen und weniger Gewaltbereitschaft ihren Weg durch Schule, Beruf und Familie gehen können.

Im Rahmen des Kooperativen Konfliktlösetrainings werden daher vor allem folgende Inhalte und Kompetenzen thematisiert und geschult:

  • die Sensibilisierung für Konfliktsituationen,
  • die Fähigkeit, Gefühle zu erkennen und auszudrücken,
  • die Fähigkeit, sich durch Ich-Botschaften gut und akzeptabel mitzuteilen,
  • die Toleranz und das Verständnis für verschiedene Standpunkte,
  • das Einfühlungsvermögen,
  • die Entspannung und die Bewältigung von Angst und Ärger,
  • die Selbstbehauptung ohne Einsatz von Körperkraft,
  • das Zuhören und Auf-den-anderen-Eingehen,
  • die Vorbereitung von Konfliktlösungen.

Ziele

Das Konzept sieht vor, dass die Beteiligten nach der intensiven Auseinandersetzung mit thematisch vorgegebenen aber auch aktuellen Konflikten, bei zunehmender sozialer Handlungskompetenz, eine niederlagenlose Konfliktlösung als erstrebenswert erachten und Wege der angemessenen Lösungsfindung selbständig und kooperativ aufzeigen können. Der Erfolg des Kooperativen Konfliktlösetrainings ist wesentlich davon abhängig, wie intensiv die Schulleitung, die Fachlehrer, die Klassenlehrer sowie die Eltern Bezug auf das vermittelte Programm nehmen. Ziele, Methoden und Inhalte sollten daher allen Beteiligten bekannt sein. Das Programm im 5. Schuljahr ist zugleich als ein Vorprogramm für eine spätere 'Schüler-Streitschlichter-Tätigkeit' in Jahrgangsstufe 10 unserer Hauptschule anzusehen.

Durchführung

Das Projekt, das ca. 20 Unterrichtsstunden umfasst, wird vom Beratungslehrer didaktisch-methodisch vorbereitet und durchgeführt. Die Trainingsstunde findet einmal wöchentlich im Rahmen des Klassenlehrerunterrichtes statt. Die Klassenlehrer sollten das Projekt unterstützen, indem sie an den Trainingsstunden teilnehmen oder auch einige didaktisch-methodische Übungen in andere Unterrichtsfächer integrieren. Besonders wichtig ist jedoch die erinnernde und vertiefende Anwendung der Grundfertigkeiten und Regeln im Schulalltag. Dieser Transfer sollte vor allem durch die Klassenlehrer geleistet werden. Mit der Durchführung eines Vor- und eines Nachtests wird überprüft, ob die Beteiligten bei der Anwendung möglicher Handlungsstrategien in Konfliktsituationen nach Beendigung des Trainingsprogramms ein verändertes Vorgehen bevorzugen. Folgende Schritte zur Konfliktlösung sollen abschließend allen bekannt sein und in angemessenen Situationen möglichst selbständig angewendet werden:

  • Beide stimmen den Grundregeln zu .
  • Die erste Person beschreibt ihre Sicht in einer Ich-Botschaft.
  • Die zweite Person wiederholt das Wichtigste.
  • Die zweite Person beschreibt ihre Sicht auch in einer Ich-Botschaft.
  • Die erste Person wiederholt diese.
  • Beide schlagen mögliche Lösungen vor.
  • Beide stimmen einer Lösung zu und schreiben sie auf.

Suchtprävention in Klasse 6

Nicht allein die präventiven Maßnahmen im Bereich der Gewalt, sondern auch die Aspekte der Suchtvorbeugung, erschienen uns für ein schulübergreifendes Gesamtkonzept präventiver Arbeit im engeren Sinne notwendig zu sein.

Begründung

Folgende Überlegungen haben uns dazu bewogen, in der Jahrgangsstufe 6 Projekttage zum Bereich „Primäre Suchtprävention“ durchzuführen. Wir mussten feststellen, dass immer mehr jüngere Schülerinnen und Schüler in den unteren Jahrgängen bereits mit Suchtmitteln in Berührung kommen. Daher sahen wir hier dringenden Handlungsbedarf.

Die Ursachen und Bedingungen von Abhängigkeit und Sucht sind vielfältig. Über Abhängigkeit entscheidet nicht allein der Konsum eines Suchtmittels, sondern die gesamte individuelle Entwicklung eines Menschen. Zur Suchtprävention sollte deshalb ein ganzheitlicher Lösungsansatz angestrebt werden, der im Elternhaus beginnt , sich in den Institutionen Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe I fortsetzt sowie von Jugendeinrichtungen und anderen gesellschaftlichen Verbänden unterstützt wird. Primärprävention in unserer Schule ist der Versuch innerhalb eines Projekts den Schülern die vielfältigen Ursachen und Bedingungen von Sucht erfahrbar und bewusst zu machen. Schließlich wollen wir durch den Einsatz unterschiedlichster Methoden die Entwicklung einer selbstbewussten, sozial verantwortlichen und solidaritätsfähigen Persönlichkeit fördern.

Ziele

  • Erkennen von Suchtmitteln
  • Ursachen von Suchtverhalten erkennen
  • Kennenlernen von Motiven für Rauchen und Trinken
  • Eigene Wertvorstellungen erkennen und artikulieren
  • Bewusst machen aller Sinne zur Gesamtwahrnehmung der Umwelt
  • Schulung des Einfühlungsvermögens
  • Erkennen und Darstellen der eigenen Person innerhalb der Gruppe

Durchführung

Für die Durchführung des dreitägigen Projekts wählen wir aus organisatorischen Gründen alljährlich die Zeit des Praktikums der Jahrgangsstufe 8. Jede Klasse des 6. Jahrganges wird in zwei geschlechtsheterogene Gruppen eingeteilt. Die Leitung der Gruppen wird von den Klassenlehrern und interessierten Kollegen übernommen. Ein in Teamarbeit erstellter organisatorischer und inhaltlicher Rahmenplan gilt als Grundlage für die gemeinsame Arbeit. In Vor- und Nachbereitungstreffen wird eine Weiterentwicklung des Projekts gesichert. Eingebunden in dieses Projekt ist ein Elternabend zum gleichnamigen Thema. Neben der Vorstellung der Inhalte der Projekttage referiert eine externe Fachkraft zum Bereich Suchtmittelmissbrauch.

Rechte und Pflichten im Schulalltag in Klasse 7

Laut AschO (Kommentar für die Schulpraxis) soll die Schule den Schüler zu selbständigem kritischen Urteil, zu eigenverantwortlichem Handeln und zur Wahrnehmung von Rechten und Pflichten im politischen und gesellschaftlichen Leben befähigen. Um diese Ziele zu verwirklichen, planen wir für die Jahrgangsstufe 7 schwerpunktmäßig in den Fächern Geschichte/Politik und Deutsch Unterrichtsreihen, die den Aspekt der Schülermitverantwortung hervorheben und den Lernenden Inhalte der SV-Arbeit nahebringen. Hierbei sollen die Rechte und Pflichten im Schulsystem transparent gemacht werden.

Liebe, Freundschaft, Sexualität und Gewalt in Klasse 8

Begründung

Die Feststellung folgender Entwicklungstendenzen veranlasst uns dazu, in der Jahrgangsstufe 8 dieses Schwerpunktthema in Form einer „Pädagogischen Woche“ aufzugreifen:

  • die zunehmende Verrohung der Sprache, insbesondere durch häufigen Gebrauch sexistischer Ausdrücke,
  • die zunehmende Intoleranz im Bereich des zwischenmenschlichen Umgangs,
  • ein erhöhtes Konfliktpotential zwischen Jungen und Mädchen,
  • Unsicherheiten im Umgang mit dem anderen Geschlecht,
  • geschlechtsunterschiedliche Tendenzen im Bereich der Gewalt- und Kriminalitätsproblematik,
  • ein großes Schülerinteresse an Informationen aus dem Bereich der Aufklärung.

Ziele

In dieser Projektwoche streben wir vor allem Ziele aus der Mädchen- und Jungenarbeit und der allgemeinen Gewaltprävention an. Einige seien hier genannt:

  • Formen und Ursachen von Gewalt kennen lernen
  • persönliche Erfahrungen und Einstellungen zum Bereich Gewalt bewusst machen
  • konstruktive Umgangsformen mit Gewalt erarbeiten
  • Gefühle, Motive und Folgen gewalttätigen Verhaltens thematisieren und reflektieren
  • Aspekte der Jugendkriminalität, des Jugendstrafrechts, des Jugendgerichts und der Strafmündigkeit kennen lernen (nur für Jungen)
  • außerschulische Beratungseinrichtungen und Hilfsangebote kennen lernen (nur für Mädchen)
  • Verständnis und Offenheit für Fragestellungen und Erwartungshaltungen des anderen Geschlechts entwickeln
  • Werte und Normen in den Bereichen Liebe, Freundschaft und Sexualität problematisieren
  • Informationen zum Bereich Sexualität, Verhütung, Geschlechtskrankheiten erhalten
  • Möglichkeiten der Selbstverteidigung und Selbstbehauptung kennen und anwenden lernen (nur Mädchen)

Durchführung

Auch in diesem Jahrgang nutzen wir aus organisatorischen Gründen die Praktikumszeit der Jahrgänge 9 und 10 zur Durchführung dieser pädagogischen Woche. Ein in Teamarbeit erstelltes Konzept gilt als Grundlage für die Arbeit in den verschiedenen Gruppen. Da teilweise in geschlechtshomogenen Gruppen gearbeitet wird, ist es notwendig, für jede Klasse einen männlichen und weiblichen Teamer einzusetzen. Die Thematik der Woche hat uns dazu bewogen zunächst die Klassenlehrer als Teamer zu berücksichtigen. Entsprechend den jeweiligen Erfordernissen, werden interessierte Kollegen in das Projekt integriert. Außerdem berücksichtigen wir die Mitarbeitsbereitschaft unterschiedlicher externer Beratungsstellen. Ein vorbereitender Elternabend ist fester Bestandteil des Projekts. Die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung erfolgt über einen Fragebogen. Vor- und nachbereitende Arbeitstreffen tragen dazu bei, dass die organisatorischen und inhaltlichen Aspekte ständig evaluiert und weiterentwickelt werden.

Streitschlichterausbildung in Klasse 9

Ein wesentlicher Baustein im Rahmen der Erweiterung der sozialen Kompetenz ist die Einführung des Streitschlichterkonzeptes an unserer Schule. Schüler des neunten Schuljahres sollen als neutrale Streitschlichter ausgebildet werden.

Begründung

Die Fähigkeit einer selbstständigen, gewaltfreien Konfliktlösung unter Schülern ist eine wichtige soziale Kompetenz, die wir in unserer Schule besonders fördern möchten (vgl. Kap. 4.2). Die Einführung des Streitschlichtersystems und die damit verbundene Ausbildung von Streitschlichtern in der Klasse 9 ist als eine Ergänzung und Erweiterung der in der Klasse 5 vermittelten Inhalte anzusehen. Nicht immer gelingt es den Konfliktpartnern, ihren Streit ohne die Begleitung und Steuerung durch eine neutrale dritte Person zu regeln. Das Kollegium unserer Schule ist der Ansicht, dass jedoch nicht jeder kleine Streit durch eine Lehrkraft geschlichtet oder geregelt werden muss. Ausgebildete Schüler sollen die Aufgabe eines neutralen Streitschlichters für Bagatellfälle im 5. und 6. Schuljahr übernehmen.

Ziel

Es soll erreicht werden, dass ausgebildete Schülerinnen und Schüler die Aufgaben eines neutralen Streitschlichters übernehmen.

Durchführung

Der Erwerb der notwendigen Schlichterkompetenzen wird in einer von Koordinatoren geleiteten mehrwöchigen Ausbildungsphase vermittelt. Die Inhalte dieser Ausbildung, die zum Teil noch in der Entwicklungsphase ist, sind an den vorliegenden theoretischen Aspekten zur Streitschlichterausbildung orientiert. Aspekte der Gesprächsführung, Rituale und wichtige Regeln eines Schlichtungsgesprächs, Elemente der Körpersprache, das Einfühlungsvermögen in die Konfliktpartner, das Bewusstmachen der Verantwortung für den organisatorischen und inhaltlichen Ablauf sind ebenso wichtige Aspekte des Ausbildungsprogramms wie die Beachtung der Vertraulichkeit und der konsequenten Neutralität eines Schlichters. Nach dem erfolgreichen Durchlaufen der Ausbildung und der Aushändigung eines „Zeugnisses“ haben diese Schüler eine persönliche Kompetenz gewonnen, die sie nicht zuletzt auch durch eine Bemerkung in ihrem Bewerbungszeugnis bei der anstehenden Berufswahl und der Bewerbung erfolgreich verwenden können.

Die ausgebildeten Koordinatoren sind für die Planung der Streitschlichterausbildung verantwortlich. Folgende Aspekte gilt es noch detaillierter zu klären und festzulegen:

  • die Auswahlkriterien der Schüler aus dem 9. Jahrgang
  • die maximale Größe der Ausbildungsgruppe
  • der organisatorische und zeitliche Rahmen der Ausbildung
  • das Einbeziehen externer Fachkräfte

Mit Beginn des 2. Halbjahres des Schuljahres 1998/99 soll einem Beschluss der Lehrerkonferenz entsprechend mit der ersten Ausbildungsphase begonnen werden.

Schulendtage

In der Jahrgangsstufe 8 werden regelmäßig Schulfreizeiten in Form von Schulendtagen (SET) durchgeführt. Bisher wurden die Schulendtage in der neunten Jahrgangsstufe durchgeführt. Aufgrund des kurzen zeitlichen Abstandes zur Skifreizeit in der zehnten Jahrgangsstufe, wurden die Schulendtage um eine Jahrgangsstufe vorverlegt.

Begründung

Die veränderte Lebenswirklichkeit von Jugendlichen macht es notwendig, auch in der Zusammenarbeit von Schule und Kirche neue Wege zu suchen. Die Schulendtage sollen eine Chance für die Schüler sein, neue Erfahrungen im Umgang miteinander, mit Lehrern und mit kirchlichen Mitarbeitern zu machen. Durch ein erlebnispädagogisch orientiertes Konzept ist dies am ehesten möglich. Es geht darum, dass den Schülern ein Rahmen gegeben wird, in dem sie konkrete Erfahrungen machen können, wie Zusammenleben gelingen kann. Dadurch, dass man eine Woche ein Stück Leben miteinander teilt und gemeinsam gute und schwierige Situationen erlebt, kann sich nicht nur das Verhältnis der Schüler untereinander, sondern auch zu ihren Lehrern verbessern. „Das pastorale Prinzip, das hinter diesem Konzept steht, ist das paulinische Modell in 1 Kor 12, 4-30 (Viele Glieder an einem Leib). Die unterschiedlichen Begabungen kommen erst im Dienst für die Gemeinschaft voll zum Tragen. Auch das Bild des II. Vatikanischen Konzils (Kirche als pilgerndes Gottesvolk) wird gut deutlich, wenn kirchliche Mitarbeiter mit Schülern nicht nur im übertragenen Sinne, sondern buchstäblich unterwegs sind.“

Ziele

  • Gemeinsamer Spaß und gemeinsame Freude
  • Kooperation
  • Förderung der persönlichen Fähigkeiten und Integration in die Gesamtgruppe
  • Bedürfnisorientierung (Berücksichtigung der Wünsche der Teilnehmer (TN))
  • Bewusstseinsbildung (TN sollen erkennen, was für sie wichtig ist und dieses in die Gruppe einbringen)
  • Soziales Lernen (Umgang miteinander, Organisation des gemeinsamen Lebens)
  • Orientierungshilfen
  • Förderung der Kreativität, Möglichkeiten sinnvoller Freizeitgestaltung
  • Umgang mit Konflikten
  • Gruppenentwicklung (Durch die Verteilung von Aufgaben und Rollen soll zur Gruppenentwicklung beigetragen werden.)
  • Treffen von Entscheidungen
  • Erkennen und Auswerten religiöser Elemente

Durchführung

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bieten wir nur noch ein einziges Angebot für alle Klassen an, einen Segeltörn auf dem Jisselmeer auf einem Plattbodenschiff. Dabei werden die Klassen, je nach Verfügbarkeit von Schiffen, auf mehrere Schiffe aufgeteilt. Die Betreuung durch die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer wird ergänzt durch Teamer (zusätzliche Aufsichtskräfte)

Im Vordergrund stehen Spaß und Freude am Zusammenleben mit anderen. In Kleingruppen (Essen / Segeln / Saubermachen) werden die Aufgaben des Tages erledigt. Die Aufgaben der Kleingruppen wechseln jeden Tag, die Kleingruppen selbst bleiben jedoch eine Woche zusammen. Weitere Gestaltungselemente sind Morgen- und Abendrunden, Tischgebete und Gottesdienste. In Gesprächen werden entscheidende Themen behandelt, wie z.B.: Wie organisiere ich mein Leben? Wie gehe ich mit Konflikten um? Welche Fähigkeiten habe ich? Wo sind meine Grenzen? Wo werde ich gebraucht?

Die Woche endet mit einem Fest, welches, den Bedürfnissen der Teilnehmer entsprechend, von allen mit vorbereitet wird. Nach der gemeinsamen Woche findet ein Auswertungsnachmittag und /oder –abend statt, um die gemachten Erfahrungen zu reflektieren und individuell auszuwerten.

Streitschlichtertätigkeit

Die Schule bildet regelmäßig in den oberen Klassenstufen Streitschlichterinnen und Streitschlichter aus, die ihren Dienst in einem speziellen Streitschlichterraum nach einem Dienstplan versehen und für die Schlichtung von Streitigkeiten unter Schülern zuständig sind. Die Ausbildung erfolgt durch die Schulsozialpädagogin und einen qualifizierten Lehrer.

Begründung

Mit der Einführung der Streitschlichtung durch Schüler beabsichtigen wir die Mitverantwortung der Schüler im Bereich der konstruktiven und kooperativen Konfliktbewältigung zu fördern und zu stärken. Im Bereich der personalen und sozialen Kompetenzen werden wichtige Schlüsselqualifikationen während des Schlichtungsprozesses benötigt und geschult. Von allen an diesem Prozess Beteiligten (Konfliktpartner und Schlichter) wird Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt, Verantwortungsbereitschaft, Kritik und Selbstkritik erwartet und im Prozess der Schlichtung erfahrbar. Insbesondere Toleranz, Teamfähigkeit, Freundlichkeit und Kommunikationskompetenz wird von den Schlichtern in ihrem praktischen Handeln erwartet. Ferner sollen die Schüler hierdurch erfahren, dass nicht allein die Lehrer oder andere Autoritätspersonen in Konfliktsituationen helfen können, sondern dass sie auch allein Lösungen finden können (Schüler helfen Schülern). Zugleich stellt die Tätigkeit der Streitschlichter eine Entlastung des Kollegiums dar.

Ziele

Aus den gemachten Ausführungen ergeben sich für die Streitschlichter folgende Zielsetzungen:

  • Streitschlichter übernehmen Mitverantwortung im sozialen System
  • Selbstständige Konfliktlösung unter Beteiligung von Streitschlichtern
  • Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Umgang mit vertraulichen Gesprächen
  • Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit in der Gruppe der ausgebildeten Streitschlichter
  • Zuverlässigkeit in der Einhaltung von Aufgaben


Insgesamt möchten wir mit der Einführung des Streitschlichterkonzeptes und der Streitschlichtertätigkeit folgende Ziele erreichen:

  • eine Verbesserung der konstruktiven Konfliktlösung unter besonderer Beachtung der Zeit nach dem Konflikt.
  • Die Konfliktbewältigung durch einen Prozess der Schlichtung soll von den Schülern erfahren werden können.
  • Die Wiedergutmachung und die Eigenverantwortung am Prozess der kooperativen Konfliktbewältigung sollen als wesentliche Elemente erkannt werden.
  • Die Schüler sollen die Streitschlichtertätigkeit als ein Beispiel für aktive Mitgestaltung und soziales Engagement im Lebensraum Schule erkennen und erfahren.

Durchführung

Die konkrete Festlegung der Streitschlichtertätigkeit ist in einigen Punkten noch nicht erfolgt. Folgende Absprachen sind daher noch zu treffen:

  • zur Einrichtung eines Schlichtungsraumes
  • zur Terminierung der Schlichtungszeiten
  • zur Erstellung eines Schlichterplanes
  • zur Informationsweiterleitung an die Schulgemeinde
  • zur Vorstellung der Streitschlichtung
  • zur Zuständigkeit (ggf. Weiterleitung gesetzeswidriger Fälle)

Autorenlesungen

In unserer Schule finden jährlich zwei Autorenlesungen statt, eine für die unteren und eine für die oberen Jahrgänge.

Die Erfahrung zeigt, dass Kinder und Jugendliche zur Literatur und zum Lesen eher einen Zugang finden, wenn der direkte Kontakt zum Autor besteht. Eine sich anschließende Diskussion oder Fragestunde verstärkt noch das persönliche Erlebnis.

Die Inhalte der Lesungen sind abhängig davon, welcher Autor gewonnen werden kann oder ob sich die Thematik aus unterrichtlichen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen ergibt. Soweit möglich werden die Autorenlesungen im Unterricht durch die Lektüre einer Schrift der Autorin/ des Autoren vorbereitet.

Alle Schülerinnen und Schüler sollen auf diese Art mindestens zwei Autorenlesungen erfahren. Wesentliches Ziel dieser Autorenlesung ist es, Schüler zum Lesen zu erziehen und den Zugang zu unserer Bibliothek zu erleichtern.

Organisation

  • Autorenlesungen finden grundsätzlich in der Bibliothek statt.
  • Autorenlesungen werden von den Deutschlehrern in Verbindung mit den Klassenlehrern vorbereitet.
  • Organisation und Vorbereitung aller Lesungen wird von einem Kollegen koordiniert. Er wird unterstützt von dem Vorsitzenden der Fachkonferenz Deutsch und den Verantwortlichen für die Bibliothek.
  • Zu jeder Lesung gehört auch ein „Büchertisch“, der in Zusammenarbeit mit einer Buchhandlung erstellt wird.
  • Die Schülerbücherei ergänzt anschließend den Bücherbestand der Bibliothek mit Werken des Autors.
  • Presseveröffentlichungen werden von dem Veranstaltungsteam erstellt.
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